Kreditbanken und Kreditinstitute: Definitionen

Wenn Verbraucher einen Kredit aufnehmen möchten und sich deshalb im Internet über günstige Darlehensangebote informieren, stoßen sie häufig auf Begriffe wie Kreditinstitute oder Kreditbanken.

Klar ist, dass damit Institutionen gemeint sind, die Kredite anbieten und vergeben. Was jedoch genau sich hinter diesen Begriffen verbirgt, ist vielleicht nicht jedem bekannt.

Alle Kreditbanken sind Kreditinstitute aber nicht jedes Kreditinstitut ist eine Kreditbank.

Während der Begriff Kreditinstitut gesetzlich definiert ist, handelt es sich bei dem Begriff Kreditbank eher um einen umgangssprachlichen Begriff, der zudem bisweilen unterschiedlich definiert wird.

In diesem Beitrag wollen wir uns näher mit der Bedeutung beider Begriffe befassen.

Darüber hinaus ist vielleicht von Interesse, welche Kreditinstitute in Deutschland und weltweit die größten sind und ob deutsche Banken im weltweiten Vergleich oben mitspielen.

Was sind Kreditinstitute?

Der Begriff „Kreditinstitut“ ist in Paragraph 1 des Gesetzes über das Kreditwesen (KWG) genau definiert.

Nach dieser Definition sind Kreditinstitute Unternehmen, die gewerbsmäßig oder in einem Umfang, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert Bankgeschäfte betreiben.

Welche Tätigkeiten zu den Bankgeschäften gehören, wird in der Vorschrift genau beschrieben.

Bankgeschäfte sind unter anderem das Einlagengeschäft, Pfandbriefgeschäft, Kreditgeschäft, Depotgeschäft, Diskontgeschäft und Emissionsgeschäft.

Kreditinstitute sind demnach alle Universalbanken unabhängig von ihrer Rechtsform und dem Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit.

Nach der Einordnung der Deutschen Bundesbank gehören zu den Kreditinstituten Kreditbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Weiterhin werden Spezialbanken wie Realkreditinstitute (Hypothekenbanken und die Deutsche Schiffsbank), Teilzahlungsbanken, Autobanken und Konzernbanken (Kreditinstitute für eine konzerninterne Finanzierung) den Kreditinstituten zugerechnet.

Eine große Rolle unter den Spezialbanken spielen Bausparkassen.

Schließlich gehören zu den Spezialbanken sogenannte Kreditinstitute mit Sonderaufgaben. Beispiele für diesen Typ von Kreditinstituten sind die IKB, Förderbanken der Länder oder die Landwirtschaftliche Rentenbank.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang schließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die KfW hat im Privatkundengeschäft große Bedeutung, wenn es um zinsgünstige Darlehen und um Förderungen im Rahmen von Immobilienfinanzierungen geht.

Kapitalanlagegesellschaften hingegen sind seit dem Inkrafttreten des Investmentgesetzes am 28.12.2007 keine Kreditinstitute mehr.

Alle Kreditinstitute unterliegen der Erlaubnispflicht und der Aufsicht des Bafin. Eine gewisse Sonderrolle nimmt die KfW ein, für die das Kreditwesengesetz nur eingeschränkt gilt.

Kreditbanken

Nach der von der Deutschen Bundesbank vorgenommenen Einteilung sind Kreditbanken privatrechtlich organisierte Universalbanken, die vor allem im kurzfristigen Kreditgeschäft und im Emissionsgeschäft tätig sind.

Als Organisationsformen kommen Einzelunternehmen, OHG, KG oder GmbH & Co. KG sowie Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften Kommanditgesellschaft auf Aktien oder GmbH) in Betracht. Die Deutsche Bundesbank unterscheidet folgende Hauptgruppen:

  • Großbanken: Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Postbank, UniCredit Bank.
  • Regionalbanken und andere Kreditbanken: AXA Bank, Baader Bank, Bank11, Grenke Bank, ING DiBa, Netbank, NIBC, norisbank, SWK und Ziraat Bank (Beispiele aus 160 Banken).
  • Zweigstellen ausländischer Banken aus Europa: ABN AMRO, Banco Santander, Bank of Scotland, Barclays, BNP Paribas, Credit Agricole, ikanobank, (Beispiele aus etwa 88 Banken).
  • Drittstaaten-Banken: Agricultural Bank of China, Australia and New Zealand Banking Group, Bank of America (Beispiele aus 19 Banken)

Keine Kreditinstitute

Nicht zu den Kreditinstituten oder Kreditbanken gehören die Deutsche Bundesbank, Investmentgesellschaften, Pfandleiher und Versicherer (§ 2 KWG). Darüber hinaus sind viele aus dem Internet bekannte Finanzdienstleister weder Kreditinstitute noch Kreditbanken.

Kreditvermittler vergeben selbst keine Darlehen, sondern vermitteln Kreditprodukte von inländischen und ausländischen Kreditinstituten. Ihnen fehlt deshalb die für Bankgeschäfte erforderliche Erlaubnis nach dem KWG.

Sie verfügen jedoch regelmäßig über gewerberechtliche Erlaubnisse, ohne die eine Vermittlung von Krediten und Immobiliendarlehen rechtswidrig wäre.

Einige Kreditvermittler sind zusätzlich als Versicherungsmakler zugelassen. Der Grund: Im Rahmen der erbrachten Dienstleistungen werden auch Versicherungsprodukte wie Restschuldversicherungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen vermittelt.

Nichts anderes gilt für Vergleichsportale. Auch Vergleichsportale betreiben eine Vermittlungstätigkeit und benötigen dafür keine Bankerlaubnis sondern eine Erlaubnis nach der Gewerbeordnung.

Sie bringen Kreditkunden und Kreditanbieter zusammen. Dafür kassieren sie ein Entgelt vom Kreditanbieter, der Bank.

P2P Portale verfügen ebenfalls über keine Erlaubnis nach dem KWG, die für Bankgeschäfte erforderlich ist.

Auch diese Finanzdienstleister benötigen aber eine Erlaubnis nach der Gewerbeordnung, wenn sie Angebote für Restschuldversicherungen zur Verfügung stellen.

Um den deutschen Rechtsvorschriften zu genügen, bedienen sich P2P Portale deutscher Regionalbanken, die formal als Kreditgeber auftreten. Diese Konstruktion ist rechtskonform.

Die größten Kreditinstitute in Deutschland und weltweit

Die Rangfolge unter den größten Banken wird in der Regel nach zwei Kennziffern festgelegt. Zum einen nach der Bilanzsumme und zum anderen nach der Marktkapitalisierung, dem Börsenwert.

Die Rangliste nach dem Börsenwert berücksichtigt naturgemäß nur Kreditinstitute, die an einer Börse gelistet sind.

Änderungen in der Rangfolge sind häufig. Einschneidende Ereignisse wie Finanzkrisen können die Rangliste kräftig durcheinanderwirbeln.

Aber auch unternehmenspolitische Fehlentscheidungen, Bankenfusionen oder auch politische Entscheidungen über die Zerschlagung zu mächtig gewordener Bankkonzerne beeinflussen die Zusammensetzung der Rangliste.

Deutschland

In Deutschland liegt die Deutsche Bank einsam an der Spitze. Im Jahr 2015 betrug die Bilanzsumme 1.629 Milliarden Euro.

Mit deutlichem Abstand folgt die Commerzbank (533 Millionen Euro). An dritter Stelle liegt die KfW Bank (503 Millionen Euro).

Eine übersichtliche Liste der größten deutschen Banken in Deutschland stellt Wikipedia zur Verfügung(Letzter Stand: 2018).

Eine Besonderheit des deutschen Bankenwesens ist die Rechtsform. In der Regel sind Banken von einer gewissen Größenordnung als Aktiengesellschaft (bzw. bei ausländischen Banken in einer Rechtsform, die der deutschen Aktiengesellschaft entspricht) organisiert und börsennotiert.

Unter den größten deutschen Banken dominiert aber noch eine andere Rechtsform: die Anstalt des öffentlichen Rechts.

Neben der KfW und der Deutschen Kreditbank handelt es sich in der Regel um Landesbanken, die die Liste der deutschen Banken zusammen mit einigen Aktiengesellschaften dominieren.

Eine weitere Auffälligkeit ist der kontinuierliche Rückgang der Bilanzsummen, wie er seit einigen Jahren zu beobachten ist.

Dieser Rückgang hat für Kreditnehmer oder Sparer keine Auswirkungen. Er ist aber ein Zeichen dafür, dass die deutsche Finanzwirtschaft im Weltvergleich etwas schwächelt.

Weltweit

Die Liste der größten Banken, geordnet nach der Bilanzsumme wird unterdessen von chinesischen Kreditinstituten angeführt.

An der Spitze steht die Industrial Construction Bank of China mit einer Bilanzsumme von ca. 3,42 Milliarden US-Dollar gefolgt von der China Construction Bank (ca. 2,86 Milliarden US-Dollar).

Die japanische Mitsubishi Bank als erstes nicht chinesisches Kreditinstitut steht auf Platz fünf (ca. 2,459 Milliarden US-Dollar).

Auf Platz sechs folgt die britische HSBC (ca. 2,41 Milliarden US-Dollar). Platz sieben belegt die erste amerikanische Bank JP Morgan Chase (ca. 2,35 Milliarden US-Dollar).

Die Deutsche Bank belegt den zwölften Rang mit einer Bilanzsumme in Höhe von ca. 1,77 Milliarden US-Dollar hinter der amerikanischen Wells Fargo (ca. 1,79 Milliarden US-Dollar). Noch im Jahr 2013 hielt die Deutsche Bank den dritten Platz.

Wird der Börsenwert als Maßstab genommen, sieht die Rangfolge allerdings völlig anders aus.

Der Börsenwert ergibt sich aus der Multiplikation der Aktienanzahl mit dem aktuellen Aktienkurs. Der Börsenwert eines Unternehmens ändert sich demnach in der Regel börsentäglich mit dem Aktienkurs. Eine relativ aktuelle Aufstellung liefert Statista.

Danach führen die amerikanischen Banken (Morgan Chase, Wells Fargo, und Bank of America) die Liste vor der China Construction Bank an.

Die Deutsche Bank ist in dieser Statistik nicht aufgeführt. In einer anderen Statistik (banksdaily.com/) landet sie auf Platz 47. Diese Statistik gibt den Stand vom 25. April 2016 wieder.

Die Börsenkapitalisierung ist kein objektiver Maßstab für die Größe einer Bank. Allerdings sagt die Marktkapitalisierung viel darüber aus, wie werthaltig und wie gesund eine Bank von Marktteilnehmern an den Finanzmärkten eingeschätzt wird.