Geld leihen ohne Bank: Anbieter und Tipps

Sie möchten Geld leihen, ohne eine Bank einzuschalten? Sicher haben Sie dafür einen guten Grund.

Vielleicht haben sich einige Banken bereits geweigert, ein Darlehen zur Finanzierung eines bestimmten beruflichen Vorhabens zu gewähren.

Oder Kreditwünsche wurden ohne Begründung bzw. mit einem Hinweis auf unzureichende Bonität wegen geringfügiger Schufa Dellen abgelehnt.

Vielleicht möchten Sie ganz einfach verhindern, dass die Kreditvergabe in ihrer Schufa Datei vermerkt wird.

Was immer Ihr Grund ist, die Möglichkeiten eines Kredits ohne Bank sind jedenfalls in Deutschland stark eingeschränkt.

Gewerbsmäßige Geldverleiher, die keine Banken sind, gibt es in Deutschland nicht. Aber einige Kreditbörsen vermitteln erfolgreich Kredite von privaten Investoren an Privatpersonen, die aber wegen der in Deutschland gültigen Rechtsvorschriften formal von Banken vergeben werden müssen.

Hier zeigen wir Ihnen einige Möglichkeiten auf, Geld ohne Bank zu leihen. Wir beschreiben, worauf Kreditgeber und Kreditnehmer dabei achten sollten und wo mögliche Stolpersteine liegen.

Geld leihen von privat ohne Bank: ein Überblick

  • Die gewerbliche Kreditvergabe ist in Deutschland erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis wird ausschließlich an Banken vergeben. Ein Kredit ohne Banken von gewerbsmäßigen Geldverleihern ist demnach nicht möglich.
  • Privatpersonen können aber Kredite (Darlehen) vergeben, wenn sie nicht gewerblich handeln. Um wirtschaftliche und rechtliche Nachteile zu vermeiden, sollten bei der Vergabe von Privatkrediten beispielsweise an Verwandte einige Regeln beachtet werden.
  • Die Bezeichnung „Privatkredit“ hat sich auch für sogenannte P2P Kredite eingebürgert, die einige Kreditbörsen vermitteln. Solche Kredite werden von privaten oder institutionellen Investoren finanziert. Insoweit kann man von „Geld leihen ohne Bank“ sprechen. Formal sind jedoch die Partnerbanken der Vermittlungsportale Kreditgeber.
  • Erfolgreiche P2P Kreditbörsen sind in Deutschland unter anderem auxmoney und Younited Credit. Anders als bei Banken haben hier auch Personen mit schwacher Bonität Kreditchancen. Gleiches gilt für Interessenten, denen Banken nur ungerne Kredite bewilligen wie Selbstständige, Rentner und Personen mit unregelmäßigem Einkommen.

Sie glauben, ein Bankkredit sei wegen einer negativen SCHUFA oder einer schlechten Bonität ausgeschlossen? Das muss nicht sein. Kreditvermittler ohne Vorkosten wie Bon-Kredit können oft trotzdem Kredite beschaffen, selbst wenn eine Bank zuvor abgelehnt hat.

P2P Kredit von auxmoney

Auxmoney ist in Deutschland marktführend. Der Finanzdienstleister vermittelt Kredite von privat nicht nur an Arbeitnehmer und Beamte, sondern an alle Interessenten, die über Einkünfte verfügen: Selbstständige, Rentner, Auszubildende, Studenten, Bezieher von Elterngeld oder Krankengeld. Formal werden die Kredite von der SWK Bank als Partnerbank vergeben.

Voraussetzung ist allerdings ein ausreichendes Einkommen, mit dem die Rückzahlung des Darlehens gewährleistet werden kann.

Das Portal prüft die Bonität und holt auch SCHUFA Auskünfte und Auskünfte bei anderen Wirtschaftsauskunfteien ein. Allerdings ist das Ergebnis der Auskünfte nicht allein ausschlaggebend. Auxmoney hat für die Bonitätsprüfung viel mehr einen eigenen Algorithmus entwickelt.

Eine negative SCHUFA schließt deshalb die Ausgabe von Krediten nicht grundsätzlich aus. Allerdings dürfen keine harten Negativmerkmale wie Insolvenz, Haftbefehl oder erfolglose Vollstreckungsmaßnahmen aus titulierten Forderungen vorliegen. Kredite ohne Schufa sind nicht möglich.

Interessenten können Kredite weitgehend digital anfragen. Zuvor müssen Sie ein Kundenkonto anlegen. Bewilligte Kredite werden in den meisten Fällen binnen weniger Tage ausgezahlt.

Auxmoney bietet Nettodarlehensbeträge von 1.000 € bis 50.000 € mit Laufzeiten von 12 Monaten bis 84 Monaten an. Sondertilgungen sind kostenlos möglich.

Die Zinssätze richten sich nach der Bonität des Interessenten. Im effektiven Jahreszinssatz ist eine Vermittlungsgebühr in Höhe von durchschnittlich 3,5 % enthalten. Die Gebühr fällt nur bei erfolgreicher Kreditvermittlung an.

Weitere Informationen und Angaben zu den Zinssätzen finden Sie auf der auxmoney Webseite.

P2P Kredit von Younited Credit

Younited Credit ist ein französischer Finanzdienstleister mit Hauptsitz in Paris. Der Sitz der deutschen Niederlassung befindet sich in München. Das Unternehmen verfügt, anders als andere P2P Portale, über eine europäische Banklizenz.

Die Kreditvergabe erfolgt vollständig digital. Antragsberechtigt sind neben Arbeitnehmern und Beamten auch Freiberufler, Rentner oder Kurzarbeiter. Erforderlich ist ein Mindesteinkommen in Höhe von 1.000 € netto monatlich. Kredite werden auch bei schwacher Bonität vergeben, jedoch nicht ohne Schufa.

Der Finanzdienstleister vermittelt P2P Kredite von 1.000 € bis 50.000 € mit Laufzeiten von 6 Monaten bis 84 Monaten. Dank digitalem Kreditabschluss wird schnell ausgezahlt.

Alle vorzeitigen Tilgungsmaßnahmen, auch Gesamttilgungen, sind ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Ratenpausen und Ratenänderungen sind hingegen kostenpflichtig.

Nach erfolgreicher Kreditvermittlung erhält das Portal eine Provision in Form eines Disagios.

Der Zinssatz ist abhängig von der Bonität des Kunden und von der Laufzeit. Die genaue Höhe ist im individuellen Kreditangebot enthalten.

Hier erhalten Sie umfassende Informationen zu Younited Credit und können eine Kreditanfrage starten.

Was ist eine gewerbliche Kreditvergabe?

Gewerblich ist eine Kreditvergabe, wenn sie mit Gewinnerzielungsabsicht erfolgt. Darüber hinaus muss das Kreditgeschäft planmäßig durchgeführt und auf eine gewisse Dauer angelegt sein.

Diese Merkmale reichen aus, um den Begriff „gewerblich“ zu erfüllen. Auf den Umfang der Kreditvergaben kommt es nicht an.

Liegen die Voraussetzungen für eine gewerbliche Kreditvergabe vor, wird eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz erforderlich, die regelmäßig nur an Kreditinstitute vergeben wird.

Wer ohne Erlaubnis gewerbsmäßig Kredite vergibt, macht sich strafbar.

Was ist ein Privatkredit

Ein Privatkredit ist ein Darlehen, welches von einem Kreditgeber außerhalb einer gewerblichen Tätigkeit gewährt wird.

Der Kreditgeber wird als Privatperson tätig. Er mag ein Gewerbe ausüben oder ein Unternehmen führen, aber die Kreditvergabe findet außerhalb seines Gewerbes statt.

Vorsicht! In sozialen Medien wie Facebook liest man bisweilen Einträge, die sinngemäß so lauten: „Unternehmer gibt Personen in schwierigen Situationen Kredite“ oder „Geld von Unternehmer an notleidende Personen, soviel sie benötigen ohne Nachweise“.

Solche Angebote sind bestenfalls Fake. Schlimmstenfalls versuchen halbseidene Geschäftemacher an Daten ihrer Opfer heranzukommen oder sie auf andere Weise zu schädigen.

Geld leihen ohne Bank: Privatkredit

Wer dringend Geld braucht, die Bank sich aber ziert, wendet sich häufig an nahe Verwandte oder an Freunde.

Nicht selten wird ihm geholfen und das gewünschte Darlehen wird gewährt.

Aber später kommt es mitunter zu Auseinandersetzungen im Rahmen der Abwicklung des Privatkredits, die das freundschaftliche Verhältnis oft gefährden.

Dem können die Vertragsparteien jedoch vorbeugen, wenn einige Tipps beachtet werden. Dabei geht es nicht nur um das Verhältnis der Parteien untereinander, sondern außerdem um steuerliche Fragen.

Klarheit durch Schriftform

Ein Darlehensvertrag unter Privatleuten bedarf keiner Schriftform. Ein Handschlag und die Geldübergabe reichen.

Bei einem mündlichen Vertragsschluss bleiben aber manche Punkte unausgesprochen und meistens auch unbedacht.

Deswegen empfiehlt sich ein handschriftlicher Vertrag, der den wesentlichen Vertragsinhalt wiedergibt:

  • Darlehenshöhe und Datum der Auszahlung,
  • Höhe der Zinsen und Laufzeit,
  • Rückzahlungsmodalitäten,
  • Beendigung des Vertrages und Kündigungsmöglichkeiten sowie gegebenenfalls
  • Vereinbarungen über zu leistende Sicherheiten.

Fehlt eine Vereinbarung über die Beendigung des Darlehensvertrages und über die Regelung der Kündigung, kann der Kredit jederzeit vom Darlehensgeber gekündigt werden.

Der Restbetrag ist dann sofort fällig. Im Internet findet man unter dem Suchbegriff „Darlehensvertrag Muster“ eine Reihe von Mustervorlagen wie beispielsweise diese.

Die Vereinbarung von Sicherheiten ist besonders bei höheren Kreditbeträgen sehr empfehlenswert.

Die richtige vertragliche Klausel zu formulieren, ist für Privatpersonen häufig nicht so einfach. Sinnvoll ist es, sich fachmännisch beraten zu lassen.

Auch die Bestellung einer Grundschuld oder einer Hypothek ist möglich, muss jedoch unter Einschaltung eines Notars und des Grundbuchamts erfolgen.

Achtung – Steuer!

Zinseinnahmen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und müssen nach dem Einkommensteuergesetz versteuert werden.

Wird der Vertrag zwischen Verwandten abgeschlossen, fällt der Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent an, wenn das Darlehen nicht der Einkunftserzielung dient und der Darlehensnehmer die Schuldzinsen deshalb auch nicht absetzt.

In anderen Fällen gilt der normale Einkommensteuersatz. Auf der anderen Seite kann der Darlehensnehmer Zinsen absetzen, wenn das Darlehen geschäftlichen oder beruflichen Zwecken dient. Abgesetzt werden können die Zinsen beispielsweise auch, sofern mit dem Kredit beispielsweise Renovierungsmaßnahmen an einem vermieteten Haus vorgenommen werden.

Privatdarlehen können sich für den Darlehensnehmer zu einer echten Steuerfalle entwickeln.

Das gilt vor allem, wenn es sich bei dem Darlehensgeber nicht um einen engen Verwandten handelt, der Darlehensbetrag hoch und die Laufzeit lang ist.

In den meisten Fällen wird wegen der hohen Freibeträge bei der Schenkungssteuer unter Verwandten die Steuerfalle nicht zu schnappen.

Aber die Schenkungssteuer kann natürlich einmal zu einem Problem werden. Bleibt der vereinbarte Zinssatz unter dem marktüblichen Zins, sieht das Finanzamt darin eine Schenkung.

Zinslose Darlehen können deshalb immer eine Schenkungssteuer auslösen, wenn die Freibeträge überschritten werden.

Gleiches gilt, wenn der Zinssatz zu gering gewählt wird und deutlich unter den Marktzinsen bleibt.

Das Finanzamt geht von einem fiktiven Durchschnittszinssatz von 5,5 Prozent aus und nimmt in der Regel eine Schenkung an, wenn bei einem Privatdarlehen Zinsen unter 3 Prozent vereinbart werden.

Um sicherzugehen, sollten die Parteien eines Privatkredits ihre Zinssätze an den jeweils gültigen Durchschnittszinssätzen zum Zeitpunkt des Kreditabschlusses orientieren. Die Bundesbank Statistiken gibt heraus.

Hinweis: Wegen der relativ hohen Freibeträge ist die Schenkungssteuer in den meisten Fällen ein eher theoretisches Problem.

Beispiele für Freibeträge 2023: Eheleute/eingetragene Lebensgemeinschaft – 500.000 Euro, Kinder/Adoptivkinder – 400.000 Euro, Enkel – 100.000 Euro, Eltern/Großeltern – 20.000 Euro, Geschwister, Nichten und Neffen – 20.000 Euro, nicht verwandte Beschenkte – 20.000 Euro.

Vorteile und Nachteile

Privatdarlehen haben wir für Kreditnehmer den Vorteil, dass weder Schufa Auskünfte eingeholt werden, noch bei Kreditvergabe ein SCHUFA Merkmal eingetragen wird. Privatdarlehen sind also immer ohne SCHUFA möglich.

Allerdings fallen einige Verbraucherschutzrechte weg. Bei Streitigkeiten kann weder der Ombudsmann noch eine Verbraucherschutzorganisationen eingeschaltet werden. Zudem entfallen Kündigungsschutzregeln und Formvorschriften.

Darlehensgeber werden in der Regel weniger die Zinseinkünfte im Auge haben, sondern die Darlehensvergabe eher als Freundschaftsdienst auffassen.

Sie sollten aber bedenken, dass um Privatkredite sehr oft nachgesucht wird, weil die wirtschaftliche Situation einen Bankkredit wegen der strengen Vergaberichtlinien nicht hergibt.

Darlehensgeber müssen also mit Rückzahlungsschwierigkeiten rechnen. Deshalb sollten bei größeren Summen Sicherheiten vereinbart werden.

Sonderfall: Arbeitgeberdarlehen

Arbeitgeberdarlehen sind Kredite, die Arbeitnehmer von der Unternehmung, bei der sie beschäftigt sind, erhalten.

Jeder Arbeitgeber kann diese Darlehen an seine Mitarbeiter vergeben, aber besonders üblich ist diese Darlehensform in der Finanzwirtschaft und im öffentlichen Dienst.

Nach der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung unterliegt die Vergabe von Arbeitgeberdarlehen dem Grundsatz der Gleichbehandlung.

Entschließt sich ein Arbeitgeber generell zur Vergabe solcher Kredite, darf er deshalb nicht zwischen Vollzeitbeschäftigten und Teilzeitbeschäftigten unterscheiden. Die Vergabebedingungen müssen gleich sein.

Arbeitnehmer können Kredite direkt bei ihrem Arbeitgeber bzw. der zuständigen Personalstelle beantragen oder, sofern ein Betriebsrat oder Personalrat vorhanden ist, auch diesen einschalten.

Vertragsinhalt

In der schriftlichen Vereinbarung sollte es Regeln über die Laufzeit, den Effektivzins, die Darlehenshöhe, die Rückzahlung, die Kündigung und über Sicherheiten geben. In der Regel werden Kreditraten fest vereinbart und unmittelbar vom Gehalt einbehalten.

Arbeitnehmer sollten darauf achten, dass im Darlehensvertrag eine Vereinbarung für den Fall der Kündigung des Arbeitsverhältnisses während der Kreditlaufzeit enthalten ist und welchen Inhalt diese Vereinbarung hat.

Beispielsweise ist eine Anpassung des effektiven Zinssatzes an den jeweils gültigen Marktzins zulässig, wenn der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis kündigt.

Unzulässig sind hingegen Vereinbarungen, die eine sofortige Rückzahlung des gesamten Darlehens oder überhöhte Zinsen festlegen.

Nach den gesetzlichen Vorschriften (Paragraf 488 Abs. 3 BGB) muss der Arbeitgeber die dreimonatige Kündigungsfrist beachten und kann erst danach den restlichen Darlehensbetrag zurückfordern.

Besteht keine anderweitige Regelung, kann der das Arbeitsverhältnis kündigende Arbeitgeber von dieser Vorschrift Gebrauch machen.

Besteuerung

Zinsvorteile unterliegen der Lohnsteuer. Ein Zinsvorteil wird regelmäßig angenommen, wenn bei Vertragsschluss der sogenannte Maßstabszinssatz unterschritten wird.

Der Zinsmaßstab ergibt sich aus den jeweiligen Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank zu den effektiven Zinssätzen.

Ein Abschlag in Höhe von 4 Prozent von den Durchschnittszinssätzen ist steuerrechtlich zulässig. Außerdem gibt es eine Freigrenze von 2.600 Euro.

Übersteigt der noch nicht getilgte Darlehensbetrag zum Ende des Lohnzahlungszeitraums diese Freigrenze, muss ein Zinsvorteil versteuert werden.

Zudem gilt eine Freigrenze von 44 Euro im Monat nach Paragraf 8 Abs. 2 Satz 11 Einkommensteuergesetzbuch. Überschreitet der Zinsvorteil diese monatliche Grenze nicht, bleibt er steuerfrei. Sonst ist der gesamte Zinsvorteil zu versteuern.

Eine andere Regelung gilt für Arbeitnehmer im Sektor der Finanzdienstleistungen. Hier gilt Paragraf 8 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes.

Es wird ein sogenannter Rabatt-Freibetrag in Höhe von 1.080 Euro jährlich gewährt. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber Kredite gleicher Art und abgesehen von den Zinsen mit gleichen Konditionen an betriebsfremde Kunden vergibt.

Der Zinsvorteil für Bankangestellte liegt im Zinsrabatt gegenüber dem Bankkunden.