Restschuldversicherung ja oder nein?

Restschuldversicherungen haben viele wohlklingende Namen: Kreditausfallversicherung, Ratenschutzversicherung, Darlehensschutz, Schutzbrief, Sicherheitspaket, Wohlfühlpaket, um nur einige zu nennen.

Wer soll sich mit solch einer Versicherung wohl fühlen oder beschützt fühlen? Es sind in erster Linie die Kreditgeber, die solche Produkte an den Mann bringen.

Sie verdienen Abschlussprovisionen und das nicht zu wenig.

Zudem erhalten sie noch eine zusätzliche Sicherheit gegen Kreditausfälle – neben einer Gehaltsabtretung, der Unterzeichnung des Kreditvertrages durch eine weitere Person oder neben einer Grundschuldeintragung.

Aus Sicht des Kreditnehmers sind solche Risikolebensversicherungen in den weit überwiegenden Fällen nicht sinnvoll.

Wer die tatsächlichen Kosten mit spitzem Bleistift nachrechnet, wird sich nicht mehr so recht wohl fühlen.

Ratenschutzversicherungen sind unverhältnismäßig teuer, und der Versicherungsschutz lässt regelmäßig zu wünschen übrig.

Zusammenfassung und Tipps

Nachfolgend einige Tipps und Informationen zu Kreditausfallversicherungen. Es soll nicht verschwiegen werden, dass wir gegenüber Restschuldversicherungen ausgesprochen negativ eingestellt sind.

Diese subjektive Sichtweise mag die weiteren Ausführungen und Empfehlungen nicht unbeeinflusst lassen.

  1. Restschuldversicherungen sind bei Verbraucherdarlehen mit mittleren Laufzeiten bis zu 84 Monaten unseres Erachtens niemals notwendig.
  2. Besonders zweckgebundene Autokredite bedürfen keiner zusätzlichen teuren Sicherheitspakete, weil die Sicherungsübereignung des Fahrzeugs mit der Übergabe des Briefes Schutz genug ist.
  3. Bei Darlehen über hohe Beträge, vielleicht ab 50.000 Euro, und Immobilienfinanzierungen mögen Kreditausfallversicherungen in Einzelfällen Sinn haben, wenn eine besondere Risikolage besteht. Beispiel: junge Familie mit Kindern und ein Alleinverdiener finanziert ein Eigenheim. Aber auch in diesen Fällen gibt es vernünftigere Alternativen.
  4. Kreditausfallversicherungen verbessern den Kreditscore grundsätzlich nicht. Werden sie zur unabdingbaren Voraussetzungen für den Kreditabschluss gemacht, sollte die Bank gewechselt werden (Ausnahme: bestimmte Formen der Baufinanzierung). Eine Restschuldversicherung als zwingende Voraussetzung für die Kreditvergabe kann aber auch ein Zeichen für wirtschaftliche Überforderung sein.
  5. Grundsätzlich erreichen selbst bei hohen Kreditsummen Risikolebensversicherungen und eventuell Berufsunfähigkeitsversicherungen oder Unfallversicherungen aus. Vermeiden Sie in jedem Fall doppelten Versicherungsschutz mit doppelten Kosten. Auf bestehende Versicherungen kann zurückgegriffen werden.
  6. Schließen Sie neue Risikoversicherungen niemals über die kreditgebende Bank ab, sondern nach Vergleich unabhängig vom Kreditgeschäft.
  7. Risikolebensversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und Unfallversicherungen decken allerdings nicht jedes Risiko, welches die Rückführung eines Darlehens erschweren kann, ab. Schutz gegen Arbeitslosigkeit und bei bestimmten Krankheiten gibt es nur bei der Kreditausfallversicherung, jedoch ist der Schutz oft unzureichend.
  8. Restschuldversicherungen sind nicht standardisiert. Schauen Sie sich die Versicherungsbedingungen vor Abschluss genau an. Achten Sie nicht nur auf den Umfang der versicherten Risiken, sondern auch auf Wartezeiten, Karenzzeiten und Haftungsausschlüsse, ebenso auf die Kündigungsregelungen.
  9. Mit einer Restschuldversicherung sollte auch tatsächlich nur die Restschuld abgesichert werden. Das ist nur mit einer annuistisch fallenden Versicherungssumme möglich. Kreditausfallversicherungen mit linear fallenden Versicherungssummen bergen die Gefahr der Unter- oder Überversicherung.
  10. Überprüfen Sie genau die Kosten, die durch die Restschuldversicherung zusätzlich entstehen. Fast alle Kreditanbieter stellen den Abschluss einer Kreditausfallversicherung frei. Die Prämien und Vermittlungsgebühren sind dann nicht im effektiven Jahreszins enthalten. Nur wenn der Kreditvertrag nicht ohne die Ausfallversicherung zu Stande kommt, die Versicherung also zwingend ist, müssen die Kosten im effektiven Jahreszins berücksichtigt werden (Weiteres unter „Kosten“).
  11. Sind Sie Vertragspartner der Versicherungsgesellschaft oder sind sie nur versicherte Person? Bei Gruppenverträgen ist oft die Bank der Versicherungsnehmer, die Kunden sind nur die Versicherten also nicht Vertragspartner. Dadurch entstehen für die Kreditnehmer Nachteile beispielsweise bei den Kündigungsrechten.
  12. Vorsicht bei Kreditabschluss über Vergleichsportale. Viele online Kreditvergleiche sind standardmäßig eine Restschuldversicherung vor. Wer darauf verzichten möchte, muss diese Option entfernen.
  13. Gibt es Vorteile? Eigentlich nicht. Befürworter von Restschuldversicherungen halten es für einen Vorteil, dass auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet wird.
  14. Zu guter Letzt: es gibt keine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer Ratenschutzversicherung. Der Abschluss geschieht immer auf freiwilliger Basis. Und niemals muss das Angebot der kreditgebenden Bank angenommen werden. Kreditnehmer können sich versichern, wo es ihnen gefällt.

Was ist eine Restschuldversicherung?

Eine Kreditausfallversicherung ist eine im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme bei der Bank abgeschlossene erweiterte Risikolebensversicherung.

Beim Eintritt bestimmter Risiken übernimmt die Versicherung die Rückführung des abgeschlossenen Darlehens entweder vollständig oder für einen bestimmten Zeitraum.

Tritt beispielsweise der Tod ein, übernimmt der Versicherer den Ausgleich der Kreditverpflichtung vollständig.

Bei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit oder bei Arbeitslosigkeit werden hingegen die Kreditraten nur für die Zeit der Verhinderung übernommen.

Für Ratenschutzversicherungen gibt es keine vorgeschriebene Norm. Die Verträge unterscheiden sich nach Versicherungsschutz und Kosten enorm.

Versicherungsnehmer und versicherte Person, Gruppenvertrag

Banken bieten immer die Produkte ihrer Kooperationspartner an. Manchmal gehören die Versicherungsgesellschaften sogar demselben Konzern an.

Häufig werden mit den Kreditnehmern keine Einzelverträge geschlossen, sondern die Bankkunden werden in bestehende Gruppenversicherungen einbezogen.

Bei diesen Gruppenverträgen besteht ein Dreiecksverhältnis. Versicherungsgeber ist der Kooperationspartner der Bank, die Versicherungsgesellschaft. Versicherungsnehmer ist die Bank, der Kreditgeber, also nicht der Kreditkunde.

Der Kreditnehmer ist lediglich die versicherte Person. Diese Konstellation führt zu Einschränkungen der Rechte des Kreditnehmers.

Versicherte Risiken

Banken vermitteln oft nicht nur ein einziges Versicherungsprodukt, sondern verschiedene „Fassungen“, eine leichte, eine mittlere und eine mit „Rundumschutz“ Beispiel:

  • Mini-Absicherung: Geboten wird eine reine Risikolebensversicherung mit Todesfallschutz, die bei Eintritt des Versicherungsfalles die Kredittilgung übernimmt.
  • Mittlere Absicherung: Neben dem Todesfall wird Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit und Unfall übernommen. Die Versicherung trägt die Raten während der Arbeitsunfähigkeit.
  • Komplettschutz: Versichert sind Todesfall, Arbeitsunfähigkeit und unverschuldete Arbeitslosigkeit. Die Versicherung steht entweder für die Restschuld ein oder übernimmt die Raten für die Zeit, in der das Risiko besteht.

Wartezeit, Karenzzeit, Haftungsausschlüsse

Rundumschutz hört sich gut an, aber bei genauem Hinsehen ist auch hier der Versicherungsschutz keineswegs komplett.

Wartezeit bedeutet, dass der bestimmte Versicherungsschutz erst eine bestimmte Zeit nach Vertragsabschluss beginnt. Bei Arbeitslosigkeit gilt regelmäßig eine Wartezeit von drei, meistens sogar sechs Monaten.

Karenzzeit bedeutet, dass der den Versicherungseintritt auslösende Zustand erst eine Mindestzeit andauern muss, bevor die Versicherung zahlt. Bei Arbeitslosigkeit besteht bisweilen eine Karenzzeit von 3 Monaten.

Haftungsausschluss bedeutet, dass in bestimmten Fällen überhaupt nicht oder nur für eine vorher festgelegte Zeit geleistet wird. Bei Arbeitslosigkeit zum Beispiel werden oft die Raten nur für zwölf Monate übernommen.

Nicht jede Erkrankung, die zum Tod oder zur Arbeitsunfähigkeit führt, löst die Versicherungsleistung aus.

In der Regel führen die Versicherungsverträge Krankheiten bei denen gezahlt wird bzw. bei denen nicht gezahlt wird im Einzelnen auf.

Kosten

Achtung: Die Abschlusskosten und Prämien für Kreditausfallversicherungen sind nur dann im Effektivzins enthalten, wenn die Bank den Abschluss zwingend vorschreibt. Sonst müssen die Kosten addiert werden.

Das ist bei fast allen Direktbanken der Fall. Denn Restschuldversicherungen werden soweit ersichtlich immer nur optional angeboten.

Die Prämien einer Ratenschutzversicherung richten sich nach der Höhe der Versicherungssumme, also des Darlehens, und nach persönlichen Merkmalen des Versicherten zum Beispiel nach dem Lebensalter.

In der Regel werden Prämien und Abschlusskosten als den Kreditbetrag erhöhender Einmalbetrag erhoben und auf die Raten umgelegt.

Oft sind die Abschlussprovisionen ebenso wie die Prämien unverhältnismäßig hoch.

Die FMH Finanzberatung hat Musterrechnungen durchgeführt für einen 10.000 Euro Kredit mit einem effektiven Zinssatz in Höhe von 5 % und Laufzeiten über 36 Monate bzw. 72 Monate.

Bei einer Laufzeit von 36 Monaten erhöht die Restschuldversicherung den effektiven Jahreszins im Mittel auf 10,32 %, bei 72 Monaten auf 13,57 %.

Die Beispiele zeigen, dass eine Verdopplung der effektiven Verzinsung durch die Ratenschutzversicherung realistisch ist, jedenfalls soweit es sich um kleinere Kreditbeträge handelt.

Soll unbedingt eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden, empfiehlt sich ein Kostenvergleich unter mehreren Anbietern.

Selbst wenn die Bank den Abschluss vorschreibt, kann der Kreditnehmer die Versicherungsgesellschaft frei wählen.

Tipp: Vergleichen Sie immer nur den Barwert als die bei Einmalbeträgen entscheidende Größe. Je niedriger der Barwert ist, desto günstiger ist die Police.

Der Versicherungsbeitrag im 1. Jahr eignet sich als Vergleichsgröße hingegen nicht, da er in den folgenden Jahren deutlich steigen kann.

Die FMH Finanzberatung stellt ein hilfreiches Tool zur Verfügung, mit dem die Auswirkungen einer Restschuldversicherung festgestellt werden können. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Bank bereits ein konkretes Angebot abgegeben hat.

Kündigung

Kreditnehmer haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn das Darlehen vorzeitig durch Umschuldung oder Ablösung getilgt wird. Dieser Anspruch besteht immer, auch wenn im Versicherungsvertrag nichts darüber steht.

Die Sonderkündigung muss gesondert gegenüber dem Versicherer ausgesprochen werden. Bei Einmalbeträgen besteht ein Recht auf Erstattung nicht verbrauchter Prämien.

Eine anteilige Erstattung der Abschlusskosten entfällt bei Einmalbeträgen jedoch.

Eine ordentliche Kündigung unter Beibehaltung des Kredits ist grundsätzlich möglich, wenn der Kreditnehmer auch Versicherungsnehmer (Vertragspartner der Versicherungsgesellschaft) geworden ist.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Vertrag ein ordentliches Kündigungsrecht vorsieht. Die Kündigungsfristen sind zu beachten.

Sie können zwei Wochen zum jeweiligen Monatsende betragen, oder die Kündigung kann ausschließlich zum Jahresende möglich sein.

Nach Wirksamkeit der Kündigung besteht ein Anspruch auf die nicht verbrauchten Risikobeiträge. Manche Versicherungen verlangen Stornogebühren. Abschlussprovisionen werden grundsätzlich nicht erstattet.

Dem Kreditnehmer steht ein ordentliches Kündigungsrecht nicht zu, wenn er im Rahmen eines Gruppenvertrages nur versicherte Person und nicht Vertragspartner geworden ist.

Widerruf

Jede Restschuldversicherung kann innerhalb von 14 Tagen schriftlich gegenüber dem Versicherer widerrufen werden, und zwar ohne Begründung, Paragraf 8 Abs. 1 VVG.

Ein Einschreiben ist unbedingt empfehlenswert. Die Frist beginnt, sobald der Kreditnehmer die Versicherungspolice und die Versicherungsbedingungen sowie eine ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht erhalten hat.

Viele alte Kreditverträge, die vor Mitte 2010 geschlossen wurden, waren mit unwirksamen Widerrufsbelehrungen versehen.

Die Folge: die Widerrufsfrist wurde nicht in Gang gesetzt, und ein Widerruf mit Rückabwicklung ist noch nach Kreditrückzahlung möglich.

Dieses Widerrufsrecht erstreckt sich auch auf eine mit abgeschlossene Ratenschutzversicherung, gleichgültig ob der Kreditnehmer Versicherungsnehmer ist oder nur versicherte Person.

Es muss aber ein verbundenes Geschäft vorliegen:

  • Beide Verträge nehmen aufeinander Bezug.
  • Die Versicherungsprämien werden aus dem Kredit entrichtet.
  • Die Wirksamkeit der Versicherung ist vom Zustandekommen des Kreditvertrages abhängig.

In der Regel sind diese Voraussetzungen bei Restschuldversicherungen erfüllt.

Der Widerruf abgewickelter Kreditverträge ist unter dem Stichwort Widerrufsjoker bekannt geworden. Gegenwärtig sieht es so aus, als werde der Gesetzgeber den Widerrufsjoker zeitlich auf den 20. Juni 2016 begrenzen.

Wer einen Widerruf abgewickelter Verträge erwägt, sollte unbedingt fachlichen Rat etwa bei Verbraucherzentralen einholen. Welche Ansprüche geltend gemacht werden können, hängt sehr vom Einzelfall ab.

Stärkung des Verbraucherschutzes: Informationspflichten

Der Gesetzgeber hat eine Stärkung des Verbraucherschutzes beschlossen.

In Zukunft müssen Kunden eine Woche nach Unterzeichnung des Vertrages über die Restschuldversicherung erneut in Textform über das Widerrufsrecht belehrt werden.

Im Produktinformationsblatt müssen die Kosten der Restschuldversicherung gesondert ausgewiesen werden.

Der erneute schriftliche Hinweis über das Widerrufsrecht soll eine bessere Transparenz bei den Verbrauchern schaffen und sie erneut darüber aufklären, welche Risiken und Kosten sie eingehen.

Verbrauchern soll vor Augen geführt werden, dass sie die Restschuldversicherung freiwillig abgeschlossen haben und der Vertrag ohne Gefährdung des Darlehens widerrufbar ist.

Restschuldversicherung bei zwei Kreditnehmern

Schließen mehrere Personen durch Mitunterzeichnung ein Darlehen mit der Bank ab, haftet jeder Kreditnehmer (Mitunterzeichner) gegenüber der Bank in voller Höhe der Kreditschuld. Natürlich kann die Bank den Betrag nur einmal verlangen.

Untereinander im Innenverhältnis haften die Kreditnehmer zu gleichen Teilen, bei 2 Kreditnehmern also zu 50 %, es sei denn, die Kreditnehmer haben etwas anderes vereinbart.

Es ist deshalb nicht sinnvoll, dass nur ein Kreditnehmer einer Ratenschutzversicherung abschließt. Gleiches gilt, wenn beide Kreditnehmer gesondert eine Restschuldversicherung abschließen.

Einige Versicherungen bieten Partnertarife an, die in gewissem Umfang beide Kreditnehmer absichern. Ein Beispiel ist die Santander Ratenschutzversicherung.

Bei zwei Kreditnehmern ist eine Kreditausfallversicherung für Verbraucherdarlehen noch weniger empfehlenswert als bei nur einem Kreditnehmer.

Immer sollte man sich genau über den Inhalt des Versicherungsvertrages und die Kosten informieren. Das gilt ganz besonders bei Partnerverträgen.

Restschuldversicherung für Selbstständige

Direktbanken die Kredite für Selbstständige anbieten, wie Barclaycard, Targobank oder netbank (keine Empfehlungen), ermöglichen selbstverständlich auch Restschuldversicherungen.

Besonderheiten ergeben sich nur, wenn „Arbeitslosigkeit“ mitversichert werden soll.

Diese Voraussetzung ist bei Betriebsaufgabe aus Gründen mangelnder Rentabilität oder zu geringer Einkommen gegeben.

Andere Tätigkeiten dürfen nicht ausgeführt werden. Gegebenenfalls muss nachgewiesen werden, dass der Selbstständige sich um Arbeit bemüht.

Interessanterweise ist die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung bei vielen Versicherern Maßstab dafür, wann Arbeitslosigkeit vorliegt.

Während eines bestimmten Zeitraums dürfen die Einkünfte einen bestimmten Prozentsatz der Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigen.

Wollen sich Selbstständige tatsächlich gegen „Arbeitslosigkeit“ versichern, ist ein genaues Studium der Versicherungsbedingungen dringend anzuraten.

Kreditausfallversicherung bei Baufinanzierungen

Restschuldversicherungen werden häufig empfohlen, wenn es um Darlehen über große Summen mit langen Laufzeiten geht. Im privaten Bereich ist das am ehesten bei Baukrediten oder Hauskrediten der Fall.

Ratenschutzversicherungen sollen sinnvoll sein, wenn ein überdurchschnittliches Risiko für Kreditausfälle besteht.

Kann ein Immobiliendarlehen nicht mehr bedient werden, weil sich die materiellen Verhältnisse des Kreditnehmers geändert haben, droht der Verlust des Eigenheims oder gar die Schuldenfalle.

Allerdings sind auch bei Baufinanzierungen Restschuldversicherungen regelmäßig viel zu teuer und ebenso wie in anderen Fällen lässt der Versicherungsschutz sehr oft zu wünschen übrig.

Deswegen sind alternative Lösungen eher zu empfehlen.

In der Regel ist es gar nicht nötig, sich gegen jedes mögliche Risiko zu versichern.

Wer gut verdient, qualifiziert ausgebildet ist und beispielsweise als Angestellter im öffentlichen Dienst oder bei einem großen Unternehmen eine sichere Position hat, benötigt realistisch gesehen keinen Versicherungsschutz bei Arbeitslosigkeit.

Gleiches gilt, wenn beide Ehegatten Geld verdienen oder der Kreditnehmer allein lebt.

Bei Alleinverdienern mag der Abschluss einer isolierten Risikolebensversicherung genügend Sicherheit bieten.

Zusätzlich und am besten getrennt von der Lebensversicherung kommt noch eine Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Betracht. Solche Lösungen können einen besseren Versicherungsschutz bieten und sind in der Regel preisgünstiger.

Ein Sonderfall besteht bei Bauspardarlehen. Hier kann der Abschluss einer Restschuldversicherung sogar obligatorisch sein.

Es wird sich wohl auch um Gruppenverträge handeln, bei denen der Kreditnehmer die versicherte Person ist. Die Prämie wird neben den monatlichen Kreditraten regelmäßig jährlich erhoben.